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19.05.2010 - Bass, Beats und Bassai-Dai |
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Geschrieben von: Christian Minaty
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Sonntag, den 04. Juli 2010 um 00:00 Uhr |
19.05.2010 - Bass, Beats und Bassai-Dai
Schläge im Disco-Takt: Lautstarkes Karate für Anfänger und Fortgeschrittene war angesagt, als ein gut gelaunter Udo Boppré die Halle des TSV Haunstetten in Augsburg mit seinen Kata-Beats zum Vibrieren brachte. Insbesondere den zahlreich vertretenen Anfängern fiel es nicht schwer, mit dem treibenden Rhythmus für Katas wie Heian Shodan und Heian Nidan Schritt zu halten.
Der Shotokan Karate Dojo des TSV sowie Zanshin Augsburg hatten Udo eingeladen. Der mehrfache Karate-Meister aus Mannheim (5. Dan) hat die sportlichen Ohrwürmer speziell für alle Heian-Katas auf einer DVD produziert. Rhythmische Schwerpunkte (Kime) aber auch langsame Bewegungen einer traditionellen Shotokan-Kata können so musikalisch passend untermalt werden.
Udo hatte nicht nur fetzigen Sound dabei, sondern auch ein anspruchsvolles Oberstufen-Programm im Gepäck. Bunkai aus den Schwarzgurt-Katas Kankudai und Bassai-Dai. Vor allem die Kankudai eignet sich hervorragend für die Selbstverteidigung aus sehr naher Distanz, enthält sie doch unter anderem viele Shuto-Ukes und Shuto-Uchis. Mit der "Schwerthand" lassen sich Schläge abwehren und Konter zum Nacken bzw. Hals des Gegners setzen.
Musik lief während des Bunkais zwar nicht, doch Udo zeigte, wie man taktvoll mit dem Trainingspartner und wenig taktvoll mit einem potenziellen Angreifer auf der Straße umgeht. Eine der Übungen: Es wurde Schubsen bzw. eine Ohrfeige durch einen Angreifer simuliert, was mit doppelter Abwehr per Uchi Uke zu parieren war. Zog sich der Gegner daraufhin immer noch nicht zurück und machte Anstalten für eine erneute Attacke, war mit Kizame Zuki zu kontern. Ähnlich dynamisch verlief das Bunkai zur Bassai-Dai. Die kraftvolle Kata - übersetzt mit "Erstürme die Festung" - bietet viele defensive Block- und Hebeltechniken an.
"Nicht so zaghaft!", ermahnte Udo auch die erfahrenen Dan-Träger, als diese zu statisch reagierten. Vielleicht hatten ihnen ja die vorangegangenen schweißtreibenden Soundkarate-Sessions zugesetzt. Am Ende wirkten alle zufrieden: "Es war klasse, aber jetzt bin ich echt fertig", sagte ein Teilnehmer. Jeder hatte wohl wieder ein Stück mehr gelernt, wie wichtig es ist, sich niemals vom potenziellen Gegner aus dem eigenen Rhythmus bringen zu lassen.
Link zum Video von Kata-Beats: http://www.youtube.com/watch?v=DF7hk5G21cg
Text: Christian Minaty
Weitere Fotos: A. Grimme, Elmar Meißner, Christian Minaty
 
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 04. Juli 2010 um 05:21 Uhr |
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Präzisions-Karate mit Carlo Fugazza |
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Geschrieben von: Christian Minaty
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Sonntag, den 14. März 2010 um 22:14 Uhr |
"Forza!": Präzisions-Karate mit Carlo Fugazza
Man muss nicht unbedingt des Italienischen mächtig sein, um Carlo Fugazza zu verstehen, wenn er das Wort "Forza" in den Mund nimmt. Jeder Karateka weiß, dass man spätestens jetzt tief zu stehen und maximale Schnelligkeit und Kraft aufzubringen hat.Sobald der hoch graduierte Mailänder (7. Dan) in Stellung geht, ist Schluss mit Wellness-Karate. Das war auf dem Lehrgang in Gersthofen bei Augsburg nicht anders. Auf Einladung der Vereine Zanshin Augsburg und TSV Gersthofen war Carlo Fugazza zu seiner jährlichen Stippvisite nach Schwaben gereist und demonstrierte dort formvollendetes und blitzschnell ausgeführtes Karate. Dafür erntet der von vielen nur respektvoll "Maestro" genannte Carlo erstaunte und anerkennende Blicke. Dem großen Vorbild nachzueifern, das machte vielen sichtlich Spaß.In den Einheiten für Unter- und Mittelstufe standen sämtliche Katas von Heian bis Tekki Shodan auf dem Programm, in der Oberstufe wurde in allen drei Trainingseinheiten die Kata Chinte mit ihren vielfältigen Anwendungen trainiert. Das Augenmerk des Maestros lag darauf, dass wenn man schon eine Technik ausführt, dann bitte richtig. Jeder Schlag müsse punktgenau sitzen, Drehungen exakt sein, Tritte mit Nachdruck erfolgen.
Man merkte bald: Forza, das heißt vor allem nicht träumen sondern flink und flexibel zu reagieren und den imaginären Gegner mit 100 Prozent zu bekämpfen anstatt sich in Zeitlupe zu bewegen."Ich sage, wie es geht", stellte Carlo Fugazza unmissverständlich klar, nur um kurz darauf eine Anekdote zu erzählen. Einst von einem Journalisten gefragt, wie denn nun das Verhältnis von Karatelehrer und Karateschüler aussähe, antwortete Sensei Kase, jener leider schon verstorbene japanische Großmeister, ganz nach fernöstlicher Manier: "Lehrer sagt, Schüler macht!" So einfach können die Dinge manchmal sein und vielleicht war es auch für den ein oder anderen ein Ansporn, die eigenen Kata-Fähigkeiten mit Blick auf das perfekte Vorbild, welches der Maestro lieferte, zu verbessern. Carlo Fugazza jedenfalls fand genugFehlerquellen: zu hoher Stand, zu kurze Beinstellung, schiefe Fäuste.
Gerade bei den Anfängern zeigte Carlo Fugazza aber eine Engelsgeduld und korrigierte sie nachdrücklich. Karate, das läuft eben auch stets mit der Präzision eines Uhrwerks.

Fotos: Peter Pöllmann
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 04. Juli 2010 um 05:25 Uhr |
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