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Lehrgang mit Udo Boppré in Augsburg, 27. April 2013 Drucken E-Mail
Geschrieben von: Rainer Webers   
Sonntag, den 28. April 2013 um 00:00 Uhr

Lehrgang mit Udo Boppré in Augsburg, 27. April 2013
 

Zum 9. mal besuchte uns Udo in Augsburg. Das dojointerne Training am Freitag befasste sich mit der Kata Junro Nidan. Wieder war es sehr faszinierend, wie es Udo gelingt, eine für Alle neue Kata in nur einer Trainingseinheit zu vermitteln.

Eingeteilt in überschaubare Blöcke erlernten wir die Abläufe, um sie dann zusammengesetzt als ganze Kata zu laufen. Damit aber nicht genug: Nach Gürtelfarben aufgeteilt wurde dann die Kata als Synchronkata kurz selbstständig geübt und dann den Anderen präsentiert. Ein sehr guter Trainingseffekt, um sich in kurzer Zeit noch intensiver an den Ablauf zu gewöhnen und einzuprägen.

Die Lehrgangsinhalte für Samstag waren für die Unterstufe „basics“ und für die Oberstufe die Kata Gankaku. Die besondere Art des Aufwärmens forderte schon von Anfang an volles Engagement. Denn aus einem gemütlichen lockeren Durcheinanderlaufen kann mit der eigenen Sporttasche im Arm ein sehr anstrengender Lauf werden. Denn die Tasche sollte nicht nur getragen, sondern mit
gestreckten Armen über den Kopf, vor dem Körper und auf dem Rücken gehalten werden.

Die Unterstufe beschäftigte sich mit korrekter Haltung und Stellung in den verschiedenen Ständen. Wendungen von einem Stand in den anderen (z.B. Kokutsu-Dachi in Zenkutsu-Dachi und zurück), mit und ohne Armtechniken, die vorgegeben oder teilweise frei gewählt waren. Auch Drehungen in Kiba-Dachi mit z.B. verschiedensten empi-Formen (z.b. mae-, mawashi-, yoko- und ushiro-empi) wurden gelehrt.

Die Kata Gankaku vermittelte Udo nicht nur in der Standardversion sondern auch von Anfang an „ura“. Auch hier packte Udo die Schwerpunkte nach bewährtem Konzept in überschaubare Blöcke. Diese wurden intensiv wiederholt bis sie immer besser liefen und schließlich in der zweiten Einheit zusammengesetzt zur ganzen Kata, normal und ura. Ergänzt wurde das Training durch realistische Bunkai-Anwendungen aus der Kata, die uns Udo sehr anschaulich und konkret demonstrierte.

Immer wieder wurden die Übungssequenzen von schweißtreibenden Bauch- und Rumpfmuskeleinheiten begleitet. Besonders am Ende der Trainingseinheiten ging Udo mit uns an die Grenzen um auf Zeit (drei Minuten) möglichst viele Wiederholungen von Bauchmuskelübungen Minuten zu schaffen.
 

Rainer Webers

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 28. April 2013 um 17:50 Uhr
 
19.05.2010 - Bass, Beats und Bassai-Dai Drucken E-Mail
Geschrieben von: Christian Minaty   
Samstag, den 03. Juli 2010 um 23:00 Uhr

19.05.2010 - Bass, Beats und Bassai-Dai

Schläge im Disco-Takt: Lautstarkes Karate für Anfänger und Fortgeschrittene war angesagt, als ein gut gelaunter Udo Boppré die Halle des TSV Haunstetten in Augsburg mit seinen Kata-Beats zum Vibrieren brachte. Insbesondere den zahlreich vertretenen Anfängern fiel es nicht schwer, mit dem treibenden Rhythmus für Katas wie Heian Shodan und Heian Nidan Schritt zu halten.
Der Shotokan Karate Dojo des TSV sowie Zanshin Augsburg hatten Udo eingeladen. Der mehrfache Karate-Meister aus Mannheim (5. Dan) hat die sportlichen Ohrwürmer speziell für alle Heian-Katas auf einer DVD produziert. Rhythmische Schwerpunkte (Kime) aber auch langsame Bewegungen einer traditionellen Shotokan-Kata können so musikalisch passend untermalt werden.

Udo hatte nicht nur fetzigen Sound dabei, sondern auch ein anspruchsvolles Oberstufen-Programm im Gepäck. Bunkai aus den Schwarzgurt-Katas Kankudai und Bassai-Dai. Vor allem die Kankudai eignet sich hervorragend für die Selbstverteidigung aus sehr naher Distanz, enthält sie doch unter anderem viele Shuto-Ukes und Shuto-Uchis. Mit der "Schwerthand" lassen sich Schläge abwehren und Konter zum Nacken bzw. Hals des Gegners setzen.

Musik lief während des Bunkais zwar nicht, doch Udo zeigte, wie man taktvoll mit dem Trainingspartner und wenig taktvoll mit einem potenziellen Angreifer auf der Straße umgeht. Eine der Übungen: Es wurde Schubsen bzw. eine Ohrfeige durch einen Angreifer simuliert, was mit doppelter Abwehr per Uchi Uke zu parieren war. Zog sich der Gegner daraufhin immer noch nicht zurück und machte Anstalten für eine erneute Attacke, war mit Kizame Zuki zu kontern. Ähnlich dynamisch verlief das Bunkai zur Bassai-Dai. Die kraftvolle Kata - übersetzt mit "Erstürme die Festung" - bietet viele defensive Block- und Hebeltechniken an.

"Nicht so zaghaft!", ermahnte Udo auch die erfahrenen Dan-Träger, als diese zu statisch reagierten. Vielleicht hatten ihnen ja die vorangegangenen schweißtreibenden Soundkarate-Sessions zugesetzt. Am Ende wirkten alle zufrieden: "Es war klasse, aber jetzt bin ich echt fertig", sagte ein Teilnehmer. Jeder hatte wohl wieder ein Stück mehr gelernt, wie wichtig es ist, sich niemals vom potenziellen Gegner aus dem eigenen Rhythmus bringen zu lassen.

Link zum Video von Kata-Beats: http://www.youtube.com/watch?v=DF7hk5G21cg

Text: Christian Minaty
Weitere Fotos: A. Grimme, Elmar Meißner, Christian Minaty


 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 04. Juli 2010 um 04:21 Uhr
 
Präzisions-Karate mit Carlo Fugazza Drucken E-Mail
Geschrieben von: Christian Minaty   
Sonntag, den 14. März 2010 um 21:14 Uhr

"Forza!": Präzisions-Karate mit Carlo Fugazza

Fugazza_LG_Gersthofen2010_2.jpgMan muss nicht unbedingt des Italienischen mächtig sein, um Carlo Fugazza zu verstehen, wenn er das Wort "Forza" in den Mund nimmt. Jeder Karateka weiß, dass man spätestens jetzt tief zu stehen und maximale Schnelligkeit und Kraft aufzubringen hat.Sobald der hoch graduierte Mailänder (7. Dan) in Stellung geht, ist Schluss mit Wellness-Karate. Das war auf dem Lehrgang in Gersthofen bei Augsburg nicht anders. Auf Einladung der Vereine Zanshin Augsburg und TSV Gersthofen war Carlo Fugazza zu seiner jährlichen Stippvisite nach Schwaben gereist und demonstrierte dort formvollendetes und blitzschnell ausgeführtes Karate. Dafür erntet der von vielen nur respektvoll "Maestro" genannte Carlo erstaunte und anerkennende Blicke. Dem großen Vorbild nachzueifern, das machte vielen sichtlich Spaß.In den Einheiten für Unter- und Mittelstufe standen sämtliche Katas von Heian bis Tekki Shodan auf dem Programm, in der Oberstufe wurde in allen drei Trainingseinheiten die Kata Chinte mit ihren vielfältigen Anwendungen trainiert. Das Augenmerk des Maestros lag darauf, dass wenn man schon eine Technik ausführt, dann bitte richtig. Jeder Schlag müsse punktgenau sitzen, Drehungen exakt sein, Tritte mit Nachdruck erfolgen.

Man merkte bald: Forza, das heißt vor allem nicht träumen sondern flink und flexibel zu reagieren und den imaginären Gegner mit 100 Prozent zu bekämpfen anstatt sich in Zeitlupe zu bewegen."Ich sage, wie es geht", stellte Carlo Fugazza unmissverständlich klar, nur um kurz darauf eine Anekdote zu erzählen. Einst von einem Journalisten gefragt, wie denn nun das Verhältnis von Karatelehrer und Karateschüler aussähe, antwortete Sensei Kase, jener leider schon verstorbene japanische Großmeister, ganz nach fernöstlicher Manier: "Lehrer sagt, Schüler macht!" So einfach können die Dinge manchmal sein und vielleicht war es auch für den ein oder anderen ein Ansporn, die eigenen Kata-Fähigkeiten mit Blick auf das perfekte Vorbild, welches der Maestro lieferte, zu verbessern. Carlo Fugazza jedenfalls fand genugFehlerquellen: zu hoher Stand, zu kurze Beinstellung, schiefe Fäuste.

Gerade bei den Anfängern zeigte Carlo Fugazza aber eine Engelsgeduld und korrigierte sie nachdrücklich. Karate, das läuft eben auch stets mit der Präzision eines Uhrwerks.

Fugazza_LG_Gersthofen2010.jpg

Fotos: Peter Pöllmann
 
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 04. Juli 2010 um 04:25 Uhr